Emotionen, Dramatik, aber kein Sieger
Handball-Verbandsliga: VfL Herford und HSG Spradow trennen sich in einem umkämpften und spannenden Duell 25:25. Torhüter Tobias Finke pariert Siebenmeter kurz vor Schluss.
Herford. Das Derby zwischen dem VfL Herford und der HSG Spradow hielt, was es versprach: Emotionen, Dramatik und ein enges Finish – jedoch keinen Sieger. Mit 25:25 (15:13) trennten sich beide Teams nach einem intensiven Duell, in dem Herford lange vorne lag, Spradow sich aber mit großem Einsatz zurückkämpfte.
Herford erwischte den besseren Start, führte in der 24. Minute 13:10 und ging anschließend mit einem 15:13 in die Kabine. „Wir hätten zur Halbzeit eigentlich höher führen müssen“, meinte VfL-Trainer Christian Bönsch später – und spielte damit auf die bereits in Durchgang eins sichtbare Schwäche an: die Chancenverwertung, vor allem von der Außenposition.
Nach der Pause baute Herford zunächst auf 19:15 (40.) aus, bekam dann aber immer weniger Zugriff in der Abwehr. Ein Wechselfehler bei Spradow brachte zwar eine Zeitstrafe, doch das Team von Michael Boy blieb dran und nutzte jetzt konsequent seine Möglichkeiten. Besonders der spätere taktische Wechsel auf den siebten Feldspieler brachte Spradow zurück ins Spiel.
„Den haben wir bis zum Ende gespielt – das hat uns das Spiel gerettet“, erklärte Boy.
In der 46. Minute glich Spradow zum 20:20 aus, und kurz darauf drehte Paul Hellmann erstmals die Partie. Herford konterte, kam über Torhüterleistung und eine kämpferische Phase zurück und so ging es mit einem offenen 24:24 in die Schlussphase. Dann die vielleicht wichtigste Szene der spannenden Begegnung: Herford bekommt 60 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter zugesprochen. Spradows Keeper Tobias Finke pariert den Strafwurf spektakulär und lässt die Bank der Gäste förmlich explodieren.
„Wir hatten eine starke Torhüterleistung“, lobte Michael Boy nach dem Spiel.
Auch die letzte Auszeit desVfL mit noch 40 Sekunden auf der Uhr brachte keinen Treffer mehr, so dass am Ende ein 25:25 auf der Anzeigetafel stand. VfL-Coach Christian Bönsch ärgerte sich über viele ausgelassene Chancen: „27 Fehlwürfe sind einfach zu viel. In der Abwehr hatten wir zu wenig Zugriff. Die letzten 20 Minuten waren mehr Kampf als Handball – für die Zuschauer sicher spannend, aber spielerisch war das nicht gut.“
HSG Trainer Michael Boy war dagegen zufrieden mit der Mentalität seines Teams: „Wir hatten eine starke Torhüterleistung und haben unsere Möglichkeiten konsequent genutzt. Der siebte Feldspieler hat uns den Punkt gerettet.“
VfL Herford: Litzbarski, Beier, Ayhan; Zabel (4), Korfsmeier, Bojarra (1), Bentrup (3), Holtmann (1), Mielke (5), Walther (2), Benker (3), Graser, Säger (3), Boensch (3)
HSG Spradow: Finke, Segadlo, Giese; Rodenberg (2), Steinböhmer (1), Illi (1), Schneider (1), Hasse, Kunisch (5), Iffland (3), Hellmann (6), D. Penner (5), Niermann (1).
Von Lia Vette.

