Revanche im Bünder Derby geht bei der HSG Spradow runter wie Öl

Handball-Verbandsliga: Die „Spradow Boys“ feiern im emotionalen Duell gegen die SG Bünde-Dünne einen verdienten 32:27-Erfolg und entscheiden damit den direkten Vergleich für sich. Matchwinner ist ein Torhüter.

Von Andreas Gerth

Bünde. Der Jubel war groß, vielleicht noch größer fiel die Genugtuung aus. Die HSG Spradow hat das Derby in der Handball-Verbandsliga gegen die SG Bünde-Dünne mit 32:27 (15:14) gewonnen – höher also als der SGBD-Sieg im Hinspiel beim 33:29 ausfiel.

Und zum Matchwinner in der mit etwa 500 Zuschauern gefüllten Siegfried-Moning-Sporthalle, die am kommenden Mittwoch mit dem Testspiel zwischen dem Zweitligisten TuS N-Lübbecke und dem Drittligisten TSG A-H Bielefeld (Anwurf geändert auf 20:00h) das nächste Handball- Highlight erlebt, wurde ein Torhüter.

„Wir hatten einen überragenden Peter Segadlo, ohne ihn wäre das Spiel anders verlaufen. Er hat das Ding zugenagelt“, jubelte Frederik Iffland auf Seiten des Derbysiegers.

Dass dieser Sieg gegen den Ortsrivalen runter geht wie Öl, daraus machte der Spradower Kapitän keinen Hehl: „Wir haben sogar den direkten Vergleich gewonnen und gezeigt, wer die bessere Mannschaft in Bünde ist!“

An diesem Tag war es tatsächlich so. Denn bis auf die Anfangsphase, in der die Gäste zur Freude ihres roten Fanblocks durch Nico Mailänder zum 6:4 (11.) ins leere Tor trafen und Mika Dankert das 8:5 (14.) nachlegte, dominierte die HSG. Trotz einer frühen Roten Karte gegen Jonathan Niermann, der Ben Bröcker unglücklich im Gesicht erwischte und dafür von den sehr guten Schiedsrichtern Aaron Lüdeking und Niklas Leon Lutzke früh aus dem Spiel genommen wurde. Einem sehr fairen Spiel, das sei hier schon einmal angemerkt.

Angeführt von ihren überragenden Torschützen Paul Hellmann (12 Tore), Dimitrij Penner (8) und Kevin Schäpe (6) drehten die Spradower den Spieß zum 10:9 und 13:10 (24.) (19.) um – eine Führung, die sie bis Spielende nicht mehr abgeben sollten.

„Mit dem Ausfall von Maurice Schirge und der frühen roten Karte hatten wir zwei Nackenschläge zu verdauen. Aber die Mannschaft hat sich davon nicht beeindrucken lassen und die Ruhe bewahrt, genau so, wie wir es besprochen hatten. ,Dafür gebührt den Jungs ein großes Kompliment“, stellte HSG-Coach Michael Boy heraus.

Er ordnete phasenweise ein 4:2-Abwehr mit Manndeckung an, „womit wir sie ordentlich geärgert haben. Es ist ein absolut verdienter Sieg, sogar mit dem besseren direkten Vergleich für uns. Das war mein Wunsch“. In der zweiten Halbzeit zogen die „Spradow Boys“ auf drei Tore weg, wackelten aber noch einmal, als die SGBD beim 22:21 (Nico Mailänder, 45.), 23:22 (Joel Schulz, 47.) und 24:23 (Mika Dankert, 49.) auf ein Tor herankam.

„Wir waren gefühlt nie so in Schlagdistanz, dass wir es verdient gehabt hätten, die Partie zu kippen“, räumte Trainer Arne Halstenberg anschließend beim Tabellenzweiten ein. Der ging „ohne vier“ (Lukas Mailänder, Ransiek, Nobbe, Holtmann) mit einem ordentlichen Rucksack ins Derby. „Wir führen mit 6:4, dann kommt nicht mehr viel. Wir hatten elf Fehlversuche von Außen, haben den gegnerischen ohne Not zum Helden geworfen und hatten selbst wenig Torwartleistung. Hinten raus haben dann die Körner gefehlt“, so Halstenberg. In den Schlussphase lief Peter Segadlo im HSG-Kasten regelrecht heiß. Er parierte einen Siebenmeter von Nico Mailänder, war gegen Alexej Wiebe zur Stelle und kassierte dann einen Kopftreffer von Rune- Jonas Fiefstück.

Diese Vorlagen wussten Segadlos Vorderleute zu nutzen: durch Kevin Schäpe zum 26:23 (55.) und Hellmann per Strafwurf zum enorm wichtigen 27:25 (57.). Als die Gäste die Deckung öffneten, schlug „Dima“ Penner noch dreimal zu (28:25, 29:26, 30:27). Kevin Schäpe (31:27) und Paul Hellmann (32:27) kippten sogar noch das Hinspielergebnis.

HSG Spradow – SG Bünde-Dünne 32:27

HSG Spradow: Segadlo, Finke; Rodenberg, Steinböhmer, Schäpe (6), Niermann, Illi, Schirge, D. Penner (8), J. Penner (4), Drosdow (2), Hellmann (12), Iffland

SG Bünde-Dünne: Specht, Schlottmann; Westerheide, Sundermann, N. Mailänder, Temming, Fiefstück, Wiebe, Schneider, Bröcker, Dankert, Schulz Schiedsrichter: Aaron Lüdeking, Niklas Leon Lutzke

Zeitstrafen: 2 – 4 (J. Penner, Hellmann – N. Mailänder 3, Fiefstück)

Rot: Niermann (10.)

Zuschauer: 500

Schlug in der Schlussphase noch dreimal zu: Spradows achtmaliger Torschütze Dimitrij Penner. Foto: Andreas Gerth
Aus dem Häuschen: Torhüter Peter Segadlo war mit seinen Paraden der Matchwinner auf Seiten der HSG Spradow.
Dutzend voll gemacht: Rechtsaußen
Paul Hellmann.
Aufreger in der Anfangsphase: Jonathan Niermann sieht die Rote Karte, er erwischte Ben Bröcker unglücklich im Gesicht.
Nico Mailänder kassiert ein Zeitstrafe der guten Schiris.
Betretene Gesichter bei Arne Halstenberg und der SGBD.

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